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Leser da

Unentschlossen ging ich in meinem Zimmer auf und ab. Ich überlegte und überlegte...kam aber zu keinem Ergebnis.
„Soll ich oder soll ich nicht?“, fragte ich mich. In dem Moment klingelte das Telefon.
„Hallo?“
„Hallo kleines.“
„Oh Paps, wollt dich gerade anrufen.“, was gar nicht mal gelogen war.
„Ich war schneller.“ Ich konnte sein grinsen genau spüren.
„Was gibt’s?“
„Ich wollt dich fragen ob du mich besuchen kommst?“
„Klar, ich komm dann in 10 Minuten.“ Ich legte auf, schmiss mein Handy auf mein Bett und machte mich fertig. Mein Problem von vorhin hatte sich also gerade von selbst gelöst. Ich war schon lange nicht mehr bei meinem Vater. Um alle Fragen zu klären, seit meinem 4ten Lebensjahr lebten meine Eltern nicht mehr zusammen. 11 Jahre ist das jetzt schon her. Ich wohnte bei meiner Mutter die Untermieterin meines Onkels war. Meinen Vater besuchte ich in letzter Zeit nicht so oft obwohl er nur weniger als ’nen Kilometer von hier weg wohnte. Ich hatte einfach nicht mehr die Zeit dazu. Schulstress und so weiter. Und Lust hatte ich auch nicht so wirklich. Aber er hätte mich ja mal anrufen können oder so, sonst musste das immer ich machen. Irgendwann war ich es Leid und hörte damit auf. Nun machte ich mich wieder auf dem weg zu ihm mit gewissem Unbehagen in meinen Gefühlen. Irgendwas machte mich Nervös und ich konnte es nicht zuordnen.
Je näher ich dem Wohnhaus in dem mein Vater lebe kam, desto schlimmer wurde das Gefühl in mir. Mir war so als würde ich jeden Schritt mehr zittern. Was war nur los?
Fünf Minuten später stand ich endlich vor der Türe. Ein letztes mal atmete ich tief durch dann drückte ich auf die Klingel. Ein schriller Ton erklang. Ich hasste diese Klingel. Dieses Geräusch tat mir jedes mal im Ohr weh deshalb versuchte ich so kurz wie möglich drauf zu drücken.
Keine Zwei Sekunden später wurde die Türe geöffnet, ich trat ein und begrüßte meinen Vater. Was mir als erstes auffiel...er sah nicht wirklich glücklich aus. Ganz anders als er am Telefon klang.
„Ich muss dir was sagen.“, platzte er los. Ich zog meine Augenbrauen hoch und sah ihn fragend an.
„Geh ins Wohnzimmer, da findest du schon die halbe antwort.“ Verwirrt ging ich durch die geschlossene Türe im Wohnzimmer.
Als ich sah wer da im Wohnzimmer saß, vielen mir fast die Augen raus und mein Mund stand auch sperrangelweit offen. Erstaunt versuchte ich die Sprache wieder zu finden.
„Das kann doch nicht sein, ich muss halluzinieren.“ Ich schüttelte meinen Kopf, aber sie saßen immer noch da.
„Seit ihr echt?“, fragte ich auf Englisch und bekam ein Nicken.
„Paps? Kannst du mir mal bitte erklären was die zwei hier machen?“, fragte ich meinen Vater als er neben mir stand.
„Das ist es ja...Ich muss dir was gestehen. Aber setz dich lieber.“ Ich setzte mich, etwas abseits von denen die ich noch immer Für Geister hielt und wartete gespannt auf eine Erklärung.
„Wer die zwei sind weißt du doch oder?“
„Ähm...ja...“
„Nun ja...“ Ich kam mir so verarscht vor. Erst wurde ich von meinem Vater angerufen, obwohl er das sonst nicht tat, dann das komische Gefühl, und jetzt sitzen Lauri und Aki von The Rasmus im Wohnzimmer meines Vaters. Dazu will mein Vater mir noch was gestehen. Was ist hier los?
„Ich mach es am besten kurz...Schmerzlos wird’s wohl eher nicht.“ Er lächelte kurz über seinen Witz. Ich fand es nicht wirklich lustig.
„Komm zum Punkt bitte...“
„Na gut...ich bin nicht dein Vater.“ Noch verwirrter als vorher, sah ich ihn an.
„Wie du bist nicht mein Vater?“
„Ich bin es einfach nicht...und Aki...“, ich sah zu Aki, mein Vater tat es mir gleich.
„...ist dein Bruder.“ Nun starrte ich ihn regelrecht an. Ich weiß nicht was ich zuerst fühlen sollte. Wut und hass meinem Vater und meiner Familie gegenüber die mir das Verheimlichten hatten oder Fassungslosigkeit das ich die Schwester von dem Aki bin...Was war ich froh das ich nicht in eine Familie geboren war die im Rampenlicht stand...und jetzt.
„Und was soll das jetzt heißen?“ stotterte ich zusammen.
„Das soll heißen das du mit mir, beziehungsweiße mit uns nach Finnland kommen musst, weil das Rechtlich nicht deine Familie ist.“ , beantwortete mir Aki die Frage.
Ich sah wahrscheinlicher noch Fassungsloser drein als vorher. Ich konnte wirklich nicht fassen das die mich jetzt mitnehmen wollten. Geht das denn überhaupt? Ich hab zwar keine Ahnung von den Gesetzen aber das...das geht doch nicht! Das kann einfach nicht gehen. Das gibt es nicht! Die wollen mich hier von meiner Familie, die ich schon so lange kenne, bei denen ich aufgewachsen bin, von meinen Besten Freunden und von der Stadt die ich Inn und Auswendig kenne, wegholen?
„Ihr wollt mich also mitnehmen?“ stellte ich leicht wütend fest. Meine Augen funkelten die beiden an. Ich erhielt wieder ein Nicken.
„Nicht in Hundert Jahren...das könnt ihr vergessen, und du...“ Mein Finger zeigte auf meinen angeblichen Bruder „...Ich kenne dich nicht, und will dich auch nicht kennen lernen als nimm deinen Schmalspurkasanova und hau ab von hier!“ Mit jedem Wort wurde ich lauter und lauter. Ich bebte förmlich. Auch wenn ich versuchte mich wieder zu beruhigen funktionierte es nicht so wie ich es wollte. Ich war aufgestanden, wollte raus hier. Wollte weg von dem allen. Warum muss mir das passieren? Ich will verdammt noch mal nicht in ein fremdes Land in dem ich kein Schwein kannte, in dem ich mich nicht auskannte. Die Sprache wäre kein Problem. Ich lernte seit 6 Jahren Finnisch und konnte es schon sehr gut.
Ich wollte zwar immer schon nach Finnland, nach Helsinki, aber nicht unter diesen Umständen! Nie und nimmer. Ich werde NICHT mitgehen.
„Beruhig dich kleine“, versuchte mein Vater mich zu berühren.
„Lass mich in Ruhe, lasst mich alle in Ruhe! Ich will nichts mit denen zu tun haben, ich will weder seine Schwester sein, noch nach Finnland, ich will hier verdammt noch mal nicht alles aufgeben! Willst du mich vielleicht los werden? Weiß meine Mutter davon? Will sie mich vielleicht auch los werden? Macht weiter so dann habt ihr es schneller geschafft als ihr denkt!“
„Bitte beruhig dich, wir können doch über alles reden.“
„Wieso? Es-wurde-doch-schon-alles-gesagt“, Ich war kurz vorm heulen. Die ersten Tränen bildeten sich schon in meinen Augen. Der Versuch sie zurückzuhalten brachte nichts. Schon zwei Sekunden später rollte die erste über meine Wange. Eilig wischte ich sie weg. Doch weitere folgen schon. Ich wollte nicht das mich irgendwer weinen sah. Ich wollte nicht das Jemand meine Wut, Trauer und Fassungslosigkeit sah auch wenn ich wusste das es eh schon alle im Raum sahen wie wütend und traurig ich war.
Ich rannte raus, raus ins freie. Ich rannte weit. Nach einer Zeit ging ich nur noch. Aber ich wollte nicht stehen bleiben.
Da mein Vater ziemlich am Rande der Innenstadt wohnte, rannte ich in ein Gebiet wo nicht viele Häuser waren. Irgendwo blieb ich dann stehen. Ich konnte nicht mehr. Mein Atem ging nur noch stockweiße, die Füße taten mir schon weh. Auf der stelle sank ich zusammen, brach in tränen aus, konnte sie nicht mehr zurück halten. Ich weinte und weinte. Es wollte nicht mehr aufhören. Ich fühlte mich wie ausgetrocknet und dennoch weinte ich weiter. Keine Ahnung wie lange...wollte es auch gar nicht wissen.
Als jemand plötzlich seine Hand auf meine Schulter legte, zuckte ich zusammen, stand ruckartig auf und sah in die Augen von Aki. Er blicke mich richtig verständnisvoll an aber davon wurde es auch nicht besser.
„Was willst“, fragte ich mit tränenerstickter Stimme.
„Mit dir Reden.“
„Das kannst du dir auch sparen.“
„Hör zu, du musst mit uns mit denn...“
„Ich muss gar nichts“, unterbrach ich ihn.
„Doch musst du....glaubst du ich war nicht wütend auf unsere Eltern als ich erfahren habe das ich eine Schwester habe?“
„Das ist mir Scheißegal, du bist nicht mein Bruder und meine Eltern leben hier und ich werde ganz bestimmt nicht mitkommen!“ Aki schien die Ruhe selbst zu sein im Gegensatz zu mir. Ich war noch aufgebrachter als vorher.
„Du musst...sonst werden unsere Eltern die Polizei verständigen und die schleifen dich dann mit. Rechtlich bist du meine Schwester und das was meine Eltern und deine Pflegeeltern da veranstalte haben ist verboten...“
„Das ist mir noch mehr egal ob du es mir glaubst oder nicht...ICH KOMM NICHT MIT“
„Bitte beruhig dich doch...“
„Wieso sollte ich? Hau doch einfach ab, lass mich in Ruhe, ich will dich nie wieder sehen.“
Aki seufzte einmal tief.
„Warum wehrst du dich so...du musst so oder so mit.“
„Na gut...“
„Wie na gut?“
„Ich komm mit...“
„Geht doch“ er sah richtig glücklich darüber aus. So glücklich das er mich in den Arm nahm. Doch ich stieß ihn mit voller Kraft wieder weg von mir.
„Fass mich bloß nicht an“
In dem Moment kam mir eine Idee...


~~~~~update---> 25.09, 21uhr33~~~~~~~~


Wir gingen wieder zurück zur Wohnung meines Vaters. Und je länger wir gingen, desto unsicherer wurde ich. War es die Richtige Entscheidung? Würde es klappen? Ungeschoren kam er mir auf jeden fall nicht davon. Egal was ich dafür tun musste, ich würde es ihm zurück zahlen.
„Mach nicht so ein Gesicht, dir wird es in Finnland bestimmt gefallen da bin ich mir sicher.“ Sein Blick lag auf mir, so lieb und vor allem Verständnisvoll. Er dachte wohl er wüsste wie es mir ging. Er dachte er würde mich um den Finger wickeln mit seiner netten Art. Da hatte er falsch gewickelt...er wusste nichts von mir. Und eher würde ich sterben als das ich ihm irgendetwas von mir preisgäbe.
Immer wieder versuchte er ein Gespräch mit mir zu beginnen, doch ich ging nur starr vor mich hin. In Gedanken versunken. Ich wusste, der Abschied würde schwer fallen. Viel schwerer als es mir Lieb war. Doch nun konnte ich nichts mehr machen. Ich hatte nachgegeben
‚Wart nur ab du bekommst alles zurück, Arsch’ Ich war dabei mir einige Spitznamen für ihn und seinen Hirnlosen Kumpel auszudenken. Warum ich wusste das er Hirnlos war? Tja, das war einfach...er kam mit Aki mit, um ihm natürlich zu unterstützen. Also beide Hohl im Kopf. Rache ist süß, so heißt es doch? In meinem Fall dann bittersüß.
„Da seit ihr ja wieder.“, voller sorge nahm mich mein Vater in den Arm doch ich stieß ich gleich wieder von mir. Ich wollte keine nähe im Moment. Von niemanden.
„Ich will das hier ja nur ungern unterbreche...“, fing Holzkopf eins an „...Aber der Flug geht bald...“
Ein weiterer Stich in mein, schon gebrochenes Herz. Ich musste heute schon weg?
Aki blickte auf seine Uhr und stimmte zu.
„Du solltest dich von dem Rest deiner Pflegefamilie verabschieden.“, mein Blick fiel auf den Boden. Ich spürte wie sich wieder Tränen in meinem Augen zu bilden begannen.
Doch ich wollte nicht wieder so schwach sein. Nie wieder. Nie wieder heulen. Das war eines meiner neuen Ziele.
„Ach Sana...“, ja so war mein Name aber das machte jetzt auch nichts besser.
So schwer es mir auch fiel, wir machten uns zu viert auf und gingen zurück zur Wohnung meiner Mutter.
Sie war erstaunt als sie uns vier sah. Aber in ihren Augen konnte ich sehen das sie bereits wusste um was es geht.
„Ich will eine Erklärung...“, meinte ich zu ihr und sah sie mit funkelndem Blick an.
„Ach Schatz...“
„Nicht ach Schatz, ich will wissen warum ihr mir das verheimlicht habt...“
„Na ja, wir konnten es dir nicht sagen...es wäre zu hart für dich gewesen wenn du die ganze Wahrheit erfahren hättest...“
„Was soll das heißen die ganze Wahrheit? Soll das heißen ihr habt mir noch was verschwiegen?“
Mein Vater und meine Mutter tauschten besorgte Blicke. Ich wollte nur die Wahrheit erfahren...
„Hör zu...das was wir getan haben, war nicht ganz richtig. Wir waren gerade in Finnland unterwegs. Deine Mutter war damals hochschwanger...sie hat ihr Kind verloren. Wir waren beide am Boden zerstört...Dann viel uns was ein. Ich weiß es war nicht richtig. Aber wir warteten bis deine Mutter wieder entlassen wurde aus dem Krankenhaus...und nahmen ein fremdes Kind mit. Es war einfach. Gemerkt hat es keiner. Bis auf deine Richtige Familie natürlich. Und es war nur eine Frage der Zeit bis jemand kommt um dich zu holen.“ Noch ein Stich. Wollt ihr mich umbringen? So viele Messerstiche. Ich fühl mich nicht mehr. Ein einziges Wrack. Wie kann man so was grausames machen? Das hätte ich nicht erwartet. Von der Familie bei der ich 15 Jahre gelebt habe...
„Ich weiß das du es nicht für richtig hällst...aber wir waren so verzweifelt...“
„Das ist keine Entschuldigung verdammt noch mal!“, erhebe ich laut meine Stimme gegen die zwei. Sie wurden immer kleiner und kleiner, ließen von mir niedermachen. Nichts desto trotz, liebte ich sie immer noch. Jeder macht mal Fehler aber das schlug dem Fass den Boden aus.
Meinen Plan änderte dieser Vorfall hier dennoch nicht.

Nun wünschte ich mir wirklich, ich hätte es nie erfahren. Ich wünschte ich hätte nie erfahren was meine Eltern für schreckliche Dinge angestellt hatten. Ich wünschte Aki und Lauri wären nie hier her gekommen. Wieso musste Aki auch so Dickköpfig sein. Oder hatten meine wirklichen Eltern ihn dazu gezwungen?
Und wie überhaupt hatten sie mich gefunden? Geht das so einfach? Ich will antworten auf meine Fragen...aber so schnell würde ich sie bestimmt nicht bekommen...ich würde nicht nachgeben, bestimmt nicht!

Die Zeit wurde knapper. Ich konnte mich genug über meine Eltern aufregen, im Stillen, und das beim Kofferpacken. Ich packte das wichtigste. Klamotten usw.
„Wir müssen jetzt.“ Fing Aki an zu drängeln. Doch ich wollte nicht auf ihn hörn. Die Unsicherheit war noch immer da. Sie wollte nicht verfliegen.
Meine Taschen standen gepackt da, ich stand vor meinen nicht richtigen Eltern. Wir schwiegen einige Minuten. Ich konnte nicht mehr. Ich konnte es nicht mehr ertragen und ging einfach. Ich warf einen letzten Blick auf die beiden. Sie sahen traurig aus. Niedergeschlagen, richtig Niedergeschlagen. Bald...schon Bald wird sich alles ändern.

Auf der Fahrt zum Flughafen blickte ich starr aus dem Fenster. Die Häuser zogen an mir vorbei. Auf wieder sehn du alte Heimat Klagenfurt.
Das allerschlimmste...ich konnte mich nicht mal von meinen wenigen Freunden verabschieden. Von denen die mir wirklich was bedeuteten. Ob sie mir das verzeihen würden? Ich hoffte es. Aber von Hoffnung alleine bekam man keine Gewissheit. Ich konnte nur abwarte. Sollte ich sie jetzt noch anrufen? Nein...ich hatte angst vor ihren Reaktionen. Aber es würde auch nichts ändern wenn ich sie anrufen würde wenn ich schon in Finnland war. Die Zeit bringt antworten...bestimmt.

Im Flugzeug ging es nicht anders, ich starrte aus dem Fenster, schwieg, hing meinen Gedanken nach und versuchte alles ein wenig besser zu verarbeiten. Aber je länger ich darüber nachdachte, desto schlimmer wurde es. Mir war wieder nach heulen. Mir war nach Schreien, ich wollte meine Wut rauslassen. Ich wollte etwas kurz und klein schlagen. Aber das würde mir nichts bringen, außer ein bisschen ein besseres Gefühl.
Lauri, der neben mir saß, versuchte immer wieder ein Gespräch mit mir anzufangen. Doch ich wollte nicht reden. Ich konnte nicht reden. Ich würde sowieso nur schreien was ihnen doch einfiele. Was sie sich einbildeten. Doch auch dies würde mir gar nichts bringen. Aki war so zuversichtlich.
Er dachte bestimmt ich würde mich einleben. Er dachte ich würde beginnen ihn zu Akzeptieren. Die Zeit heilt wunden...das tat sie doch, nicht wahr? Aber was wenn die Wunden schon so tief waren das nichts und niemand sie mehr heilen konnte? Worauf könnte ich noch vertrauen?
Ich wusste es nicht. Im Moment wollte ich es auch nicht wissen. Ich wollte nur noch festen Boden unter meinen Füßen haben denn ich konnte nicht leugnen das mir schon immer ein wenig Bange war vom Fliegen.


~~~~~update: 26.09:22uhr~~~~~~~




Eine meine Hoffnungen bestand auch darin Aki nicht sehen zu müssen. Er war doch berühmt, spielte in einer Band und hatte doch schließlich Auftritte. Doch kaum hatte ich mein Hoffnung zu ende gedacht, wurde sie auch schon zerstört. Na danke auch.
„Du wirst bei mir wohnen. Und damit du keinen Blödsinn anstellst werde ich auch zuhause sein. Ausnahmsweise mal. Wir haben jetzt ein Jahr Pause, und du hast jetzt sowieso Sommerferien.“
„Die Informationen hättest du dir sparen können“, gab ich patzig von mir.
„Schon gut. Ich wollte nur das du es weißt.“
„Ob du es glaubst oder nicht, es interessiert mich aber nicht.“
Ich sah Aki kein Einziges mal an während des Fluges.
Nach 2 ½ Stunden war auch der Flug vorbei. Ich war kurz davor den Boden zu küssen. Andererseits war er mir zu dreckig. Wenn man bedenkt das an diesem Flughafen jeden Tag Tausende von Leuten über diesen Boden latschen, mit dem ganzen Matsch an den Schuhen und Dreck und was weiß ich was für Krankheitserreger.
„Wir Fahren jetzt zu unseren Eltern....Lauri, bei derweil und bau nicht wieder so’n Scheiß wie vorgestern.“ Als er den letzten teil sagte schmunzelte er leicht. Was er wohl angestellt hatte....nein Sana, hör auf!
„Ja ja, nur keine Panik, wird schon nicht passieren. Wir sehn uns. Bye!“ die Wege trennten sich, Lauri ging seinen Weg und wir fuhren mit einem Taxi weiter nach Espoo. Ich wusste nicht wie ich mich nun verhalten sollte. Einerseits wollte ich von dieser Familie nichts wissen, andererseits interessierte es mich brennend wie sie waren. Welch Gegensatz in sich. Ich verstand mich selbst nicht mehr.
Warum musste mir das Schicksal nur immer so fest in den Arsch treten. Konnte es sich nicht einmal nur einschleimen? Dann würde alles besser sein, glaubte ich.
„Mach nicht so ein Gesicht. So schlimm sind sie auch wieder nicht.“ Wenn Blicke töten könnten....dann wäre alles viel einfacher. Aber wie immer das Schicksal spielte sowieso nicht mit.
„Wir sind da.“ Wir hielten vor einem kleinen Einfamilienhäuschen am Rande der Stadt. Es sah eigentlich recht Gemütlich aus, von außen. Ich stieg aus dem Wagen, drehte meinen Kopf nach Links, dann nach Rechts. Die ganze Straße entlang waren nur solche Häuser. „Kommst du oder willst du da wurzeln schlagen?“
Ich rollte kurz mit den Augen und folgte ihm dann ins Haus. Danach ging alles so schnell...ich war kaum richtig drin wurde ich schon in die Arme genommen. Die Tränen flossen. Nicht von mir. Vom Rest der in diesem Vorraum stand. Ich konnte so was nicht leiden. Das war auch der Grund warum ich die beiden von mir wegstieß damit ich wenigstens wieder ein wenig Luft bekam.
„Judith Schatz....wie lange hab ich drauf gewartet“
„Ich heiße Sana, nicht Judith...und mir wäre lieber gewesen ich wäre nie hier her gekommen“ Ich musste sie gleich mit meinem Charakter bekannt machen. Vor allem mit der Wut. Sie sollten nicht denken das ich mich hier wohl fühlte. Na gut, das tat ich auch nicht, wie auch ich kannte bist jetzt den Vorraum.
Mir kam es so vor als würde Die Stimmung hier von meiner Laune total in den Keller gezogen werden. Aber das war mir irgendwie Herzlich egal. Sie würden schon erfahren was sie davon hatten.
Ich wurde durch das Haus geführt. Es war großteils sehr altmodisch. Bis auf die vielen Hightech Geräte. Irgendwie sah es aus wie in so einer übergroßen Ferienholzhütte nur das der Boden mit Parkett ausgelegt wurde...so wie die Wände??? Ist das wirklich Parkett??? Tatsächlich...das ist Parkett...wie kann man bitte die Wände....nein...ich geh da jetzt nicht weiter drauf ein sonst verfalle ich noch in einen ungeplanten Lachanfall. Ist ja wirklich lächerlich aber wenn’s denen gefällt, soll mir doch Recht sein ich würde sowieso nicht hier wohnen.
„Wie war dein Leben bisher?“, fragte Lari, so hieß meine Mutter. Doch ich schwieg.
„Willst du nicht antworten?“, fragte nun Leo, so hieß mein Vater und ich schwieg weiter.
Wir saßen im Wohnzimmer. Es war gemütlich eingerichtet. Eine große Couch. Ein Holzofen, ein Fernsehr...alles was man zum Chillen brauchte.
Ich wollte nicht antworten. Ich stand noch nie so auf smalltalk. Deswegen stellte ich strickt auf stur und spielte Bock. Sollten sie sich doch ein Loch in den Arsch fragen war mir das egal.

Bis Aki endlich drauf kam das es keinen Sinn hatte dauerte es eine Weile. Dann fuhren wir mit seinem Auto, das er bei seinen Eltern gelassen hatte, zurück nach Helsinki.
„Morgen zeig ich dir die Stadt“
„Kein Bedarf“
„Keine Widerrede“
„Ach Leck mich doch...“ das gab ihm wohl den Rest. Den Rest der Fahrt war er still, zu meiner Freude.
Eine halbe Stunde später standen wir mit meinen wenigen Sachen in Akis 6-Zimmer Wohnung. Sie war eigentlich sehr modern. Im Gegensatz zum Haus seiner Eltern...das wird dauern bis ich mich richtig umgewöhnt hatte. Aber wollte ich das? Eigentlich nicht.
„Das Zimmer da...“ er zeigte auf eine geschlossene Türe „...ist deins, mach es dir schon mal gemütlich. Du hast sicher auch Hunger. Ich mach uns was zu essen.“
„Ich will nichts essen.“, meinte ich und verschwand in dem Zimmer.
„Das ist mir egal, du wirst essen und damit hat es sich.“ Schrie er mir nach und das - das - betonte er besonders.
Ich packte meine Sachen in den Schrank der in der Ecke stand und legte mich kurzer Hand auf mein Neues Bett. Es war gemütlich, wie das Zimmer im allgemeinen. Es vertrug nur einen anstrich. Und das wäre das erste was ich hier machen würde. Ich hatte schon einen konkreten Plan wie es aussehen würde. Also Entweder würde ich es Dunkelrot oder Schwarz streichen – nein ich war kein Grufti ich mag die Farbe nur. Und dann, je nach dem ob es jetzt schwarz oder Dunkelrot war, kam ein Chinesischer Drache in passender Farbe dazu. So ein langer Drache über alle Wände, und auf der Decke ein paar Chinesische Zeichen. Den Kasten würde ich dann genau in auch entweder Schwarz oder Rot streichen lassen, kam drauf an wie die wand dann aussah. Der kleine Nachttisch neben dem Bett gleich wie der große Kasten und hier musste ein Schreibtisch rein. Die Farbe konnte sich eh schon jeder denken.
„Na, gefällt es dir?“ Aki stand plötzlich im Raum.
„Es braucht einen Anstrich, aber nicht nur die Wand...“
„Und an was hast du da gedacht?“
„Dunkelrot oder Schwarz, mit Chinesischem Drachen, da oben...“, ich zeigte an die Decke „...kommen ein paar Chinesische Schriftzeichen. Die Kästen werden auch entweder schwarz oder Rot sein und hier muss ein Schreibtisch rein. Am besten kommt der ans Fenster damit ich immer genug Licht habe.“ Aki’s Blick war richtig erstaunt. Er hatte wohl gedacht ich würde es ihm so einfach machen. Er darf arbeiten, ich werde das Zimmer sicher nicht alleine streichen. Und Lauri würde ich auch noch einspannen, und wehe irgendjemand verpatzt es.
„Na gut, übermorgen holen wir alles was wir dafür brauchen.“
„Wieso erst übermorgen?“, fragte ich leicht irritiert.
„Weil ich dir morgen erst die Stadt zeigen werde.“
„Kommt gar nicht in Frage.“
„Meine Wohnung, meine Regeln! Du wohnst hier also wirst du auch das tun was ich sage.“ Wow, das war eine Ansage.
„Grins nicht so dämlich, nur weil man deine Gesicht jeden Tag im Fernsehen sieht brauchst du dich nicht so aufführen, haben wir uns verstanden? Ich hab dich nicht drum gebeten das du mich mitnimmst. Also nimm deinen Lahmarsch in deine Pfoten und verschwinde raus hier. Ich bin müde, und Hunger hab ich auch keinen!“ 2 : 1 für mich.
Er seufzte und verließ das Zimmer. Ich hatte endlich meine Ruhe und konnte schlafen.


~~~~~~~~update: 27.9, 17Uhr20~~~~~~~~

Am Abend wurde ich brutal aufgeweckt.
„Was soll der scheiß!“, rief ich aufgebracht und funkelte Aki wütend an.
„Du sollst nicht so viel pennen, dafür ist die Nacht da, Lauri ist hier, wir wollen einen Video Abend machen!“
„Na schön für euch warum weckst du mich dann?“, ich rollte mit meinen Augen und drehte mich auf die andere Seite um weiter zu schlafen. Eigentlich hätte ich mir die Frage auch sparen können da ich es sowieso schon wusste.
„Sei nicht so faul!“ Aki rüttelte mich, und rüttelte, und rüttelte. Ich war kurz vorm zuschlagen. Aber man schlägt seine Geschwister doch nicht.
„Lass mich oder du hast meine Faust in deiner dämlichen Fresse.“
„Sei mal nicht so frech kleines Fräulein.“ Gleich hatte er mich soweit. Ich war wirklich sehr kurz davor. Noch so eine Aussage und es würde passieren.
„Ich hab keinen bock auf euren dämlichen Video Abend. Schaut eure Pornos alleine. Und jetzt lass mich schlafen.“
„Du hast es nicht anders gewollt.“ Mir war egal was er jetzt vor hatte, ich wollt hier nur liegen und weiterschlafen aber das schien ihn ja nicht die Bohne zu interessieren.
Plötzlich wurde ich hochgehoben. Ich wehrte mich wie sonst wer aber er war einfach zu stark. Ich schrie, ich brüllte, ich war wütend und ich wollte weg. Doch nichts half.
Er trug mich ins Wohnzimmer wo Lauri saß und wie ein Behinderter grinste.
„Was grinst du so bescheuert du Holzkopf.“
„Du bist ganz schön frech. Na und? Was willst du tun allerliebstes Bruderherzchen? Willst mich rausschmeißen? Danke, ich geh freiwillig!“ Das ‚allerliebste Bruderherzchen’ betonte ich mit besonders viel ‚liebe’.
Ich wurde etwas sehr unsanft auf das Sofa geschmissen. Chance zum abhauen hatte ich keine mehr. Links saß Aki und Rechts Lauri. Beide grinsten Triumphierend. Es fehlten jetzt nur noch die Handschellen mit denen sie mich hier an den Tisch fesseln würden. Soweit würde es aber hoffentlich nicht kommen.

Der Film war eigentlich ganz Okay, aber ein wenig Langweilig. Auch wenn’s ne Komödie war. Wusste gar nicht das die sich so was ansahen.
Der zweite Film war nicht viel anders. Ich kannte ihn nicht und von mir aus hätte ich ihn auch gar nicht kennen gelernt. Ich saß großteils nur gelangweilt da und dachte darüber nach wie ich von diesen zwei Irren wegkam. Aber es funktionierte nicht.
„Wohin willst du denn jetzt?“ fragte mich Aki mit hochgezogenen Augenbrauen als ich aufstand nachdem der zweite Film zu ende war.
„Ich bin müde herr-du-machst-alles-was-ich-sage. Wenn du gestattest, ich geh ins Bett.“
Genervt ging ich einfach in mein Zimmer ohne eine Antwort von Aki abzuwarten. Lauri starrte mir nur ungläublich hinterher. Anscheinend hatte ihm was an meinem Ton nicht gefallen. Mir war das egal.
Ich machte mich Schlaffertig. Warum ich so müde war wusste ich nicht. War wahrscheinlich die Umstellung oder so. Vielleicht auch der Schock des vergangenen. Na ja, es konnte aber auch daran liegen das es bereits nach Mitternacht war. Das einzige was ich wollte war schlafen. Und am besten nie wieder aufwachen. Nein, das würde ich nicht bringen. Aber aufwachen und merken das alles nur ein verdammt Traum war. Ein Alptraum.

Doch als ich am nächsten Tag aufwachte, lag ich noch immer in dem Bett in meinem derzeitigen Zuhause. Und einen Wartend dreinschauenden Lauri der neben meinem Bett stand und wahrscheinlich darauf wartete das ich mich wach meldete. Aber daher ich wusste was heute an der Tagesordnung stand, hatte ich schon mal gar keine Lust bevor ich überhaupt richtig munter war. Wer will schon ne Stadt besichtigen. Ich verdammt...aber nicht mit den zwei Dummköpfen.
„Ich hol nen Eimer wasser wenn du nicht gleich aufstehst.“
„Das traust du dich und ich trete dir so derbst in deine Kronjuwelen das dir schlecht wird.“
„Pass auf was du sagst!“ Wow, der konnte ja richtig aufbrausend werden. Hatte ich wohl einen wunden Punkt getroffen. Mein Grinsen war breit.
„Kehr mal vor deiner eigenen Türe wie wäre es damit.“ Ich lachte kurz auf. „Oder macht das deine Putzfrau? Bei so nem Reichen Schnösel...du wirst ja wahrscheinlich vor Faulheit nicht mal selber aufs Klos gehen können. Haste dafür ein Hausmädchen?“ Man sah förmlich wie vor lauter Wut der Dampf aus allen seinen Öffnungen Entwich, so wie in einem alten Teekessel. Ich konnte nicht anders und brachte in Schallendes Gelächter aus. Ha, mit dem hab ich es mir verscherzt. Nun gut...dann konnte Teil eins meines Planes ja beginnen...